Köln 21.03.2017: Gesundes Handwerk: Fehlzeiten senken – Motivation und Produktivität steigern

Köln: Gesundes Handwerk – Fehlzeiten senken, Motivation und Produktivität steigern!

Was genau steckt hinter dem Begriff betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)? Und profitieren auch kleine oder mittlere Unternehmen davon?

Darüber diskutierten rund 250 Teilnehmer aus Betrieben der Region mit fachkundigen Referenten in der Handwerkskammer zu Köln. Die Veranstaltung zeigte interessierten Handwerksunternehmen auf, wie sie mit einfachen aber wirkungsvollen Mitteln mehr Gesundheit in den Betriebsalltag integrieren können, um so zum Beispiel auch Krankheitskosten zu senken.

Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverband des Deutschen Handwerks und der Handwerkskammer zu Köln, begrüßte die Teilnehmer mit den Worten: „Die Gesundheit ist unsere wichtigste Baustelle. Motivierte und leistungsstarke Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unserer wichtigstes Kapital. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist eine Investition in die Zukunft. Das Handwerk mit seinen flexiblen, familiär geprägten Strukturen hat überdurchschnittlich gute Voraussetzungen, Arbeit gesundheitsgerecht zu gestalten und das ist ein echter Wettbewerbsvorteil, den wir nutzen sollten“.

Dr. Wilhelm Schäffler, Staatssekretär des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW betonte: In den nächsten Jahren nimmt die Zahl der Fachkräfte um 30 Prozent ab. Darum müssten sich die Unternehmen jetzt schon die Frage stellen, wie sie ihre Mitarbeiter so lange wie möglich gesund und leistungsfähig im Unternehmen halten können, um ihren Fachkräftebedarf zu decken. Und nicht nur das. Momentan gehen 170.000 Beschäftigte jährlich wegen Berufsunfähigkeit mit durchschnittlich 53 Jahren in Frührente, auch hier müsse etwas geschehen, damit die Betriebe nicht immer mehr Kompetenzträger verlieren, so sein Credo.

Rainer Calmund, Fußballexperte und Manager erklärte, wie man mit dem nötigen „Wir-Gefühl“ zum beruflichen Erfolg gelangt. Er betonte, dass ein funktionierendes Unternehmen Menschen mit Kompetenz, Leidenschaft, Herzblut und Teamgeist erfordere. „Tradition allein schießt keine Tore und sichert keinen Umsatz“ – das sei in der Wirtschaft genauso wie im Fußball. Unternehmen müssten sich daher neuen Herausforderungen stellen. Dazu zähle auch, die Gesundheit der Mitarbeiter in den Blick zu nehmen.

Sportmediziner Prof. Dr. Ingo Froböse widmete sich der Frage, wie Gesundheit im Alltag aktiv gestaltet werden kann. Während sich unsere Vorfahren viel bewegen mussten, um ihr Überleben zu sichern, ersparen wir uns im Zeitalter der Digitalisierung hingegen allein durch die Nutzung von Handy und Fernbedienungen eine tägliche Wegstrecke von rund 400 Metern. Die Annehmlichkeiten des Alltags bedeuten für uns pro Jahr in der Regel ein halbes Kilo mehr auf der Waage. Auch langes Sitzen im Büro sei ein Problem unserer Zeit, das nicht nur unserer Gesundheit, sondern auch unserer Leistungsfähigkeit schade. Und auch Handwerker, die im Job meist stärker körperlich beansprucht sind, sollten aufgrund der oft einseitigen Belastungen einen Ausgleich suchen. Um mehr Gesundheit in den Arbeitsalltag zu integrieren, komme den Chefs eine besonders wichtige Rolle zu – denn „Fitness und Gesundheit braucht „Vorbilder“ und Motive“.

Neben den Impulsvorträgen berichteten Thomas Briller, Geschäftsführer der Dachdeckermeister GmbH Scholl & Briller, und Frank Wilkening, Geschäftsführer der Ohrem & Wilkening GmbH für Sicherheitsfenster und Türen, über ihre individuellen und praktischen Erfahrungen mit betrieblichem Gesundheitsmanagement im eigenen Betrieb. Im Anschluss konnten die Teilnehmer im persönlichen Austausch Fragen und Erfahrungen miteinander teilen.