Betriebliche Gesundheit von A-Z

Damit Sie beim Thema betriebliche Gesundheit den Überblick behalten, stellen wir Ihnen im Folgenden die wichtigsten Begriffe in ihrer Bedeutung vor.

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Alterns- und altersgerechte Arbeitsgestaltung

Eine alternsgerechte Arbeitsgestaltung ist darauf angelegt, die Leistungsfähigkeit eines Mitarbeiters über die gesamte Erwerbstätigkeitsdauer zu erhalten und zu stärken.

Bei der altersgerechten Arbeitsgestaltung stehen speziell ältere Beschäftigte und die sich mit zunehmendem Alter verändernde physische und psychische Leistungsfähigkeit im Vordergrund.

Arbeitsgestaltung

Arbeitsgestaltung umfasst Maßnahmen zur Anpassung der Arbeitsbedingungen an die Menschen – mit dem Ziel, die damit einhergehenden Belastungen zu optimieren.

Arbeitsschutzorganisation (ASO)

Die betriebliche ASO bildet den Rahmen für betriebliche Maßnahmen, die den Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen am Arbeitsplatz gewährleisten sollen. Ziel ist dabei eine systematische und strukturierte Integration von Arbeits- und Gesundheitsschutz. Dies geschieht im Idealfall über ein gutes Zusammenwirken von Unternehmensleitung und Beschäftigten. Sie ist die Voraussetzung für eine effektive und nachhaltige Umsetzung von gesetzlichen Verpflichtungen, die im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) stehen.

Arbeitssicherheit/Arbeitsschutz

bezeichnet alle Maßnahmen zur Vermeidung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und berufsbedingten Erkrankungen.

Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)

Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit.

Beanspruchung

Beanspruchung ist die unmittelbare (nicht langfristige) Auswirkung der psychischen Belastung in Abhängigkeit der individuellen Voraussetzungen, z.B. körperliche Verfassung. (DIN EN ISO 10075).

Belastung

Die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken (DIN EN ISO 10075).

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) umfasst die systematische Sensibilisierung, Beratung und Prozessbegleitung, um:

  • die Beschäftigten dabei zu unterstützen, ihre Arbeitsunfähigkeit zu überwinden
  • das Risiko neuer Arbeitsunfähigkeit zu verringern
  • und ihren Arbeitsplatz zu erhalten.

Eine verbreitete Maßnahme im Rahmen des BEM ist die stufenweise Wiedereingliederung („Hamburger Modell“). Die Arbeitsbelastung wird hierbei stufenweise unter ärztlicher Aufsicht angehoben.

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)

Die Betriebliche Gesundheitsförderung (kurz: BGF) umfasst alle gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern und Beschäftigten, die zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz beitragen, z.B.:

  • Verbesserung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen
  • Förderung einer aktiven Mitarbeiterbeteiligung
  • Stärkung persönlicher Kompetenzen

Unter BGF können auch Einzelmaßnahmen verstanden werden, wie zum Beispiel die Gründung einer Betriebssportgruppe oder die Durchführung eines Gesundheitstages.

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

Betriebliches Gesundheitsmanagement (kurz: BGM) geht über die Betriebliche Gesundheitsförderung hinaus. Es handelt es sich dabei um ein strategisches Gesundheitskonzept und ist somit ein ganzheitlicher Ansatz. BGM ist ein im Betrieb fest verankerter Prozess mit dem Ziel der Erhaltung und Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Beschäftigten. Dies umfasst die betrieblichen Angebote zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, zur Gesundheitsförderung, zur psychosozialen Beratung und Unterstützung sowie zur Erweiterung der Gesundheitskompetenz von Beschäftigten. Betriebliches Gesundheitsmanagement gestaltet die Schnittpunkte zur Organisations-, Personal- und Unternehmensentwicklung.

Während der Arbeitsschutz und das Betriebliche Eingliederungsmanagement gesetzlich vorgeschrieben sind, basiert die Betriebliche Gesundheitsförderung auf Freiwilligkeit.

Betriebsklima

Für die Zufriedenheit der Beschäftigten spielt das Betriebsklima eine entscheidende Rolle. Neben „klassischen“ Bedingungen wie angemessene Bezahlung, gute Führung, organisierte Arbeitsabläufe spielen auch die „weicheren“ Faktoren wie Anerkennung und Wertschätzung eine große Rolle. All diese Faktoren bestimmen das soziale Klima im Betrieb.

Burnout

Ein Krankheitszustand, der durch Erschöpfungssymptome gekennzeichnet ist und in Folge einer sehr intensiven Arbeitsphase entstehen kann. Im Einzelnen äußert er sich z.B. durch Teilnahmslosigkeit, fehlende Motivation, Streitsucht und somatische Beschwerden wie Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Kreislaufschwächen. Burnout ist jedoch keine eigenständige Krankheitsdiagnose nach ICD (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme).

Gefährdungsbeurteilung

Eine Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes geschieht auf der Grundlage von § 5 des ArbSchG. Der Arbeitgeber ist demnach verpflichtet, die Arbeitsbedingungen zu beurteilen und zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind, um die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten. Dabei ist der gesamte Prozess von Bedeutung und nicht nur das Erfassen der Gefährdungen.

Gesunder Führungsstil

Der Führungsstil hat großen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Das Wissen über risikobehaftete und gesundheitsförderliche Faktoren am Arbeitsplatz und die Umsetzung entsprechender Optimierungsmaßnahmen zeichnen einen gesunden Führungsstil aus.

Mitarbeiterbefragung (z. B. für die Gesundheitssituation im Betrieb)

Zur Belastungserhebung und dafür aufzuwendenden Ressourcen werden in der gesamten Belegschaft oder in Teilbereichen Befragungen durchgeführt.

Mitarbeitergespräch (z. B für die Gesundheitssituation im Betrieb)

Durchführung regelmäßiger Gespräche mit dem Ziel, nicht nur auf Abwesenheit zu reagieren, sondern zuverlässiges Arbeitsverhalten anzuerkennen und von den Beschäftigten Anregungen für die Gestaltung gesunder Arbeitsbedingungen aufzunehmen, gemeinsam Arbeits- und Entwicklungsziele festzulegen.

Prävention

Prävention umfasst die Gesamtheit aller Prozesse und Strukturen, die erforderlich sind, um Krankheiten bzw. Gesundheitsschäden zu verhindern, das Risiko ihres Eintretens zu verringern, oder rechtzeitig zu erkennen. Gesundheitliche Gefährdungen sollen mit Prävention weitestgehend vermieden werden.

Präventionsgesetz

Das Präventionsgesetz stärkt die Grundlagen für eine stärkere Zusammenarbeit der Sozialversicherungsträger, Länder und Kommunen in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung – für alle Altersgruppen und in vielen Lebensbereichen. Es trat in seinen wesentlichen Teilen am 25.07.2015 in Kraft. Neben der gesetzlichen Krankenversicherung werden auch die gesetzliche Rentenversicherung und die gesetzliche Unfallversicherung, die soziale Pflegeversicherung und auch die Unternehmen der privaten Krankenversicherung eingebunden.

Psychische Belastung

Psychische Belastung (auch mentale oder psychomentale Belastung genannt) sind alle erfassbaren äußeren Faktoren, die auf den Menschen einströmen und psychisch (also kognitiv und emotional) auf ihn einwirken. Der Begriff psychische Belastung ist wertneutral zu verstehen. Belastungen, die durch eine Tätigkeit oder Situation entstehen, können sowohl anregende als auch unerwünschte Wirkungen haben. Langfristig tragen psychische Belastungen entweder zur persönlichen Entwicklung und Gesunderhaltung bei oder führen zu Fehlbelastungen und schädlichem Stress. Nach dem Arbeitsschutzgesetz müssen die psychischen Belastungen, die von Arbeitsprozessen und -umgebungen ausgehen, in der Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes berücksichtigt werden. Zudem soll der Arbeitsplatz so gestaltet sein, dass Fehlbelastungen vermieden werden.

Stress

Unter Stress wird eine Belastungskonstellation verstanden, die auf den Menschen einwirkt. Umgekehrt wird auch die Reaktion des Organismus auf unterschiedliche Arten von Belastungen (Stressoren) wie z. B. Hitze, Angst, Zeitdruck als Stress verstanden.

Verhaltensprävention

Ziel ist hierbei die Förderung eines Gesundheitsbewusstseins des Beschäftigten.

Verhältnisprävention

Die Verhältnisprävention knüpft an den Arbeitsbedingungen an. Dabei geht es um Gesundheitsvorbeugung hinsichtlich der Arbeitsplätze.