Praxisbeispiel Stautenhof

„Ein gutes Miteinander ist uns sehr wichtig. Je mehr ein Mitarbeiter sein Arbeitsfeld selbst mitgestalten kann, desto mehr kann er seine Fähigkeiten einbringen und zufrieden arbeiten. Das funktioniert nur, wenn alle im Boot sind, unsere Philosophie verstehen und die Organisation dem angepasst ist. Wir merken jetzt schon die Auswirkungen des BGM-Prozesses. Der eingeschlagene Weg bringt mehr Ruhe und Verständnis untereinander.“
Beate und Christoph Leiders, Geschäftsführer des Stautenhofs

Auf dem Stautenhof in Willich-Anrath ist die Welt noch in Ordnung. Auf dem Biohof sitzen die Hühner nicht in engen Käfigen, sondern laufen frei auf einer Wiese. Auch die Schweine haben Auslauf, dürfen im Dreck wühlen. Glückliche Tiere, glückliche Menschen – das ist der erste Eindruck, den Besucher des Biohofes in Nordrhein-Westfalen haben.
Doch zufriedene und gesunde Mitarbeiter sind keine Selbstverständlichkeit, das wissen Beate und Christoph Leiders. Deshalb tut das Betreiberehepaar viel im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM).

Besondere Philosophie

„Wir produzieren nicht nur über die Landwirtschaft, sondern haben alles unter einem Dach: Fleischerei, Bäckerei, Bistro und Naturkostladen. Bei allem was wir tun, möchten wir nicht nur profitabel, sondern umwelt- und sozialverträglich wirtschaften. Dazu entwickeln wir mit Hilfe der Nachhaltigkeitsberatung Elke Vohrmann CSR-Consulting alle Prozesse nach einer CSR-Strategie (Corporate Social Responsibility, deutsch: Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung). Darüber sind wir auch auf das Spektrum eines betrieblichen Gesundheitsmanagements aufmerksam geworden“ sagt Christoph Leiders. Der gesamte Betrieb ist in den letzten Jahren beachtlich gewachsen – auch die Anzahl der Mitarbeiter. „Die Herausforderung war, die Mitarbeiter mitzunehmen, Strukturen und Abläufe anzupassen und ein gutes Miteinander zu schaffen. Gleichzeitig wollen wir Schritt halten bei der Gestaltung der Arbeitsplätze und Betriebsräume“, so Christoph Leiders weiter.

Gesund Führen

„Diese Herausforderungen bewältigen wir mit den Möglichkeiten eines professionellen betrieblichen Gesundheitsmanagements, bei dem uns die CSR-Beraterin Elke Vohrmann und die IKK classic unterstützen.“ Mechtild Janßen, Gesundheitsmanagerin der IKK classic, analysierte die Arbeitssituation mit Mitarbeitern aus allen Abteilungen. „Dabei ist herausgekommen, dass wir mit unserer Arbeitsorganisation noch besser werden müssen. Ich möchte, dass meine Mitarbeiter weitestgehend selbstständig arbeiten. Meine Frau Beate und ich führen kooperativ und möchten, dass alle unsere Mitarbeiter unseren Weg mittragen“ schildert Leiders. Hierbei half das Seminar „Gesundes Führen“, an dem alle Führungskräfte auf dem Hof teilnahmen. Heute geben strukturierte Mitarbeitergespräche den Beschäftigten noch mehr Sicherheit, genauso wie ein gemeinsam entwickeltes Leitbild. Und die Mühe zahlt sich aus: Mittlerweile sind die Beschäftigten überzeugt, dass es genau dieser Führungsstil ist, der sie bei der Arbeit so zufrieden macht.

Gemeinsam gegen Stress

Der Betrieb hat eine enorme Kundenfrequenz. Die gleichzeitig hohen Qualitätsansprüche und der Termindruck stellen deshalb große Anforderungen an ein gut funktionierendes Team. Da lag es auf der Hand, auch das Thema Stress in den Fokus zu nehmen. Im Betrieb arbeiteten die Mitarbeiter und Führungskräfte mit dem IKK-Trainer daran, Stressauslöser für sich zu bewerten und lernten, wie sie mit unterschiedlichen Stresssituationen umgehen können.

Bild: Rudolf Wichert Fotografie

Um das Wir-Gefühl zu steigern und das Verständnis für Abläufe in anderen Abteilungen zu schaffen, durchläuft jeder neue Mitarbeiter zu Beginn unterschiedliche Bereiche des Betriebs, bevor er an seinem eigentlichen Arbeitsplatz eingesetzt wird“, sagt Leiders. Das hat sich so bewährt, dass auch viele andere Mitarbeiter Interesse an einer Rotation bekundet haben. Für wichtige Informationen rund um die Arbeit gibt es mittlerweile außerdem eine WhatsApp-Gruppe, über die alle Beschäftigten miteinander kommunizieren.

Prozess geht weiter

Viele BGM-Maßnahmen wurden im Stautenhof bereits umgesetzt. Auch körperliche Belastungen werden in den Fokus genommen. „Wir gründen nun eine Walking-Gruppe. Außerdem finanzieren wir für unsere Mitarbeiter Fahrräder oder E-Bikes, die sie über eine Entgeltumwandlung innerhalb von drei Jahren zurückzahlen können. Bislang wurden schon 17 Räder angeschafft. So erzielen wir gemäß unserer CSR- und BGM-Strategie gleich mehrere positive Effekte: die Mitarbeiter lassen das Auto zu Hause stehen, tun was Gutes für Muskeln und Gelenke und wir alle freuen uns über den Gemeinschaftsgeist“, so Leiders.

Kontakt: http://www.stautenhof.de